Eine skurrile musikalische Komödie,
wie sie nur das wirkliche Leben erfinden kann.

Klagelied des Vaters

Drei Mädchen und ein Vater
Keine Mutter weit und breit
Ein Fall für den Psychiater
Wenn es kommt zur Mannbarkeit
Wenn rasend sich die Trieb‘ erreg‘n
Ein Mannsbild auftaucht irgendwo
Versuchen Sie mal was dagegen zu tun
Geg‘n diese Libido
Jetzt ist der Unglücksfall passiert
Ich steh auf verlor‘nem Posten
Ein Kerl ist plötzlich ungeniert
Da aufgetaucht aus Osten
Nicht hübsch, nicht klug und voller Wimmerl
Geht schief und krumm und schwitzt
Mit einem rechten Piepsestimmerl
Er keinen Charme besitzt
Ich bin ganz objektiv
Völlig ohne Vorurteil
Doch der ist primitiv
Vom schönen Mann das Gegenteil
Und dennoch tun die Drei nur schmachten
Woll‘n in Ohnmacht immer fall‘n
Ich kann das schon nicht mehr betrachten
Wie sie sabbern, wie sie lall‘n
Der Kerl heißt obendrein Leander
Das ist doch wirklich lächerlich
Sie lieb’n ihn quasi miteinander
Doch jede will ihn nur für sich
Hör‘n Sie wie‘s allnächtlich tönt
Wie sich der Vollmond bläht
Wie es in unserm Garten dröhnt
Die Lust zum Tête-â-Tête
Text: Bernd Jeschek · Musik: Monica Reyes

Klagelied der Mädchen

Was wir heut Ihnen erzählen / Traurig ist’s, doch ist es wahr
Wir möchten Sie nicht gerne quälen / Doch was wir leiden, leiden, leiden,
Doch was wir leiden, ist kaum vorstellbar
Jede von uns hat eine andere Mama
Die haben uns verlassen, alle drei / Ein schreckliches Familiendrama
Nur wegen Vaters Vielweiberei
Der ist nun alles was wir haben
Mit ihm müssen wir uns seither quälen / Wir können es leider nicht verhehlen
Mühsam ist es mit dem alten Knaben
Auf Dauer kann er ganz schön nerven
Glaubt Papa wie auch Mama zu sein / Kocht Haute Cousine aus Konserven
Und sperrt uns in ein Kämmerlein
Musik zu üben zwingt er uns dort
Doch wir wollen endlich auch mal was erleben
Nicht immer nur nach Höh’rem streben
Wir wollen endlich von hier fort
Doch kann man ihn allein nicht lassen
Er treibt sich sonst herum mit Weibern / Verrückt nach ihren schönen Leibern
Streunt er nachts durch dunkle Gassen
Natürlich hat auch er‘s nicht immer leicht
Mit uns, wir sind halt keine Engel / Neigen manchmal zu Gequengel
Was ihn aber nie erweicht
Das Leben von uns Waisenkindern
Ist ein Schweres allemal / Und wir fragen im Choral
Wer wird unser Schicksal lindern?
Wo ist der Prinz der uns errette?
Noch besser deren dreie / Die uns des Nachts im Maie
Entführen im Kabriolette
Wahrscheinlich haben sie nie von uns gehört / Und es ist ja auch nicht Mai
Doch sehnen wir sie sehr herbei / Oh, kämen sie, eh wir verdörrt
Text: Bernd Jeschek · Musik: Leonhard Paul

Lied der Heiligen drei Könige

Drei Könige sind wir und schon weit gehatscht
Über Berg und Tal und auch durch Wüsten
Haben gefidelt, geflötet, auch gebratscht
Verirrten uns an vielen Küsten
Immer dem Sterne nach. Warum? Wir wissen’s nicht
Wir haben keine Ahnung was das soll
Doch scheint es nicht nur ein Gerücht zu sein
Das irgendwo ein Ruf erscholl
Keiner weiß wohin die Reise geht
Die dauert nun schon bald dreißig Jahr
Und dieser alberne Komet
Ist auch nicht mehr, was er einst mal war
Vor ein paar Jahren fanden wir ein Kind
Nicht unhübsch lag es da in einem Stall
Wer weiß wohl, wer da die Eltern sind?
Seltsame Leut in jedem Fall, in jedem Fall
Wir ließen einen Kreuzer da und suchten schnell das Weite
Der Stern, führte uns nach Norden
Denn wir sind ja wirklich drei Gescheite
Sonst wären wir nicht Könige geworden
Text: Bernd Jeschek · Musik: Ingrid Oberkanins